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  DIE SEHNSUCHTSTRILOGIE  

    DAS VERLANGEN markiert den dritten und letzten Teil der Sehnsuchtstrilogie, die mit SOMMER AUF HORLACHEN im Jahr 1999 begonnen und mit ICH WERDE DICH AUF HÄNDEN TRAGEN weitergeführt wurde. Alle drei Filme porträtieren Frauen auf der Suche nach ihrem persönlichen Stückchen Glück. Dabei gehen sie ungewöhnliche Wege, um am Ende doch wieder bei sich selbst anzukommen.


   
1999 Sommer auf Horlachen (Summer at Horlachen)
Uraufführung auf den Hofer Filmtagen 1999

SOMMER AUF HORLACHEN erzählt die Geschichte der naiven und ein wenig zurückgebliebenen Anna, die mit ihrem wortkargen Vater auf einem abgelegenen Hof in einem inzestuösen Verhältnis lebt. Erst als sie sich in den Drainagearbeiter Hans verliebt, lernt Anna, ihre Beziehung zum Vater zu hinterfragen und holt zu einem –vergeblichen- Befreiungsschlag gegen ihn aus.



   
2000 Ich werde dich auf Händen tragen (I`ll wait on you hand and foot)
Uraufführung auf den Hofer Filmtagen 2000
Nachwuchförderpreis Biberacher Filmfestspiele 2001
Filmschulpreis in Gold Filmfest München 2001
Student Camera Award Filmfest München 2001
Beste Hauptdarstellerin (Eva Löbau) Filmfest Gijon 2001
Offizieller Wettbewerbsbeitrag: Festival Internazionale di Locarno 2001

In ICH WERDE DICH AUF HÄNDEN TRAGEN hingegen, begibt sich das Wiener Waisenkind Ramona nach einer flüchtigen Begegnung mit Toni, der Liebe ihres Lebens, und dem daraus entstandenen Kind auf die Reise nach Deutschland, um eben diese Wiederzufinden. Doch Toni ist nicht erfreut. Er muß seinen Vater versorgen und lieben tut er Lana, eine russische Aussiedlerin. Doch Ramona hält an ihrem vergeblichen Traum nach einer richtigen Familie fest. Schließlich könnte alles schlimmer sein. Und am Ende hat Ramona alles verloren. Wenn die Familie sie nicht will, so soll diese auch nicht das Baby haben. Ramona wird zu einer stillen Medea und bewahrt sich in ihrer würdelosen Umgebung eben ihre Würde.
Alle Figuren der Trilogie bewegen sich in ihrem eigenen Mikrokosmos, in dem sie sich eingerichtet haben und existieren können, weil sie nicht überfordert werden. Diese Welt macht sie zu stummen Gefangenen, scheint sie gleichzeitig aber auch zu schützen. Sie haben ihre Nischen und ihre Verstecke, aus denen sie sich selbst nicht zu lösen vermögen. Erst durch die Begegnung mit anderen Menschen kommt es bei Lena, Ramona und Anna zu einem Ausbruch von Gefühlen, die sie weder einordnen, bekämpfen, noch mit ihnen umgehen können.
Die Figuren werden für ihr Leben und ihr Handeln nicht durch äußeren Einfluß zur Rechenschaft gezogen. Einmal in Bewegung gekommen, bleiben sie sich selbst überlassen und werden zum Schluß nicht erlöst. Die Geschichten enden so in ihren emotionalsten Augenblicken.



   
2002 Das Verlangen (The Longing)

DAS VERLANGEN behandelt stärker als die ersten beiden Teile das Motiv der Einsamkeit. Es ist eine Erkundung der verkarsten Gefühlswelt und der Verlorenheit von Lenas Lebenssituation. Waren in SOMMER AUF HORLACHEN und in ICH WERDE DICH AUF HÄNDEN TRAGEN die Protagonisten diejenigen, die am Rande einer Welt standen, zu der sie keinen Zutritt hatten, so sind in dem dritten Teil alle Figuren in ihrem Universum, in ihrer Welt angekommen und scheinbar rettungslos verloren. Die Figuren sind hier weniger transparent. Sie sind zurückgezogen, scheinbar vollkommen frei von Werten und Äußerlichkeiten. Verschlossen treten sie ihrem Gegenüber vor Augen. Die Blicke stets abgewandt und in ihrer Suche nach Anerkennung immer bemüht, dem anderen nicht zu nahe zu kommen. Während es in den ersten beiden Teilen mehr um die Erfüllung eines individuellen Wunsches auf der Suche nach der erträumten Familie ging, so spielt im letzten Teil diese als bereits existierende Welt eine Rolle. Die Psychologie des Zusammenlebens und die Suche nach diesem, sind die Geschichte dieses Films. Erzählt wird von dem Gefüge der Familie. Denn die Familie ist von ihrer Komplexität her das letzte Schlachtfeld unserer Zeit. Nirgends wo sonst wird mehr um Freundschaft, Abhängigkeit und Liebe gekämpft. Nirgends wo sonst sind die Menschen so verletzlich und zerbrechlich und nackt wie in diesem Mikrokosmos. Für einen Außenstehenden ist es fast unmöglich sich darin zu recht zu finden. Für den Einzelnen jedoch ist es überlebensnotwendig. Und so wie die Familie für Sehnsucht, für Freundschaft und Nähe steht, so zeigt sie doch gleichzeitig, wie eng sie mit Lügen und Schmerz verbunden ist. Auf der Suche nach Anerkennung und Liebe, ist jedes Mittel erlaubt. Die kleinste Abweichung kann dieses Gefüge zerstören. Dann sind alle Beteiligten sich selbst überlassen. Dann haben sie alles verloren. So wird eher geschwiegen und der Kampf für sich gekämpft, als sich den Problemen zu stellen. Dann kommt der große Selbstbetrug. Für einen begrenzten Zeitraum scheint dieser auch zu funktionieren, weil man sich nicht selbst überfordert. Doch die Konfrontation mit der Lebenslüge, die die Familie in ihrem Schutz ermöglicht, lässt den Einzelnen schließlich aus sich herausbrechen. Was folgt ist die Suche. Die Suche nach Anerkennung, nach Nähe und Ordnung. Die Familie und das Zusammenleben lassen die Menschen dann bei sich selbst ankommen.


Es ist die Geschichte von Menschen, die neben dem eigentlichen Geschehen stehen und in ihrer Sprachlosigkeit und Gefangenheit ihre eigene Welt erleben. Die Geradlinigkeit und Klarheit des Drehbuchs sollten erhalten bleiben. So wird hier in unspektakulären und stillen Bildern eine stille Geschichte erzählt. (Iain Dilthey)